Stellungnahme des Heimatvereins zur Ortskernentwicklung Suderwick
Der Bocholter Stadtteil Suderwick bekommt ein neues Gesicht: Im März 2025 hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, ein neues Konzept für die Gestaltung des Ortskerns weiter voranzutreiben: das Ortskernentwicklungskonzept (OKEK). Ziel ist es, das Zentrum von Suderwick noch gemütlicher und einladender zu machen, das Dorfbild weiter aufzuwerten und die grünen Flächen zu vergrößern. Dabei soll die Verbindung zum niederländischen Nachbarn Dinxperlo gestärkt werden und gleichzeitig die besondere Identität Suderwicks bewahrt bleiben.
Damit der Dorfplatz möglichst gut zu den Bedürfnissen des Suderwicker Dorflebens passt, wurden die ortsansässigen Vereine um eine Stellungnahme zu der Planung gebeten. Die Stellungnahme des Heimatvereins finden Sie nachstehend. Wir gehen davon aus, dass für die endgültigen Planungen noch weitere Bürgerbeteiligungen stattfinden werden. Machen Sie sich gerne eigene Gedanken und beteiligen Sie sich an der Gestaltung der Zukunft unseres lebenswerten Suderwick. Gerne auch gemeinsam mit dem Heimatverein oder anderen Suderwicker Vereinen.

Stadtverwaltung Bocholt
Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung
per Kontaktformular Beteiligung NRW und E-Mail: stadtverwaltung@bocholt.de
Stellungnahme Heimatverein Suderwick zum Ortskernentwicklungskonzept (OKEK) Suderwick
Bocholt, den 25. Mai 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir freuen uns sehr, dass für Suderwick ein Ortskernentwicklungskonzept erarbeitet wird und hoffen, dass es durch das Förderprogramm „Struktur- und Dorfentwicklung“ des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert werden kann. Die vorgestellten Pläne für Suderwick werden grundsätzlich von uns als kreativ und hochwertig empfunden. Wir bescheinigen der Stadt Bocholt und den Planern eine gute Arbeit. Wir bedanken uns für die bisherige Bürgerbeteiligung und dafür, dass wir als Verein die Möglichkeit erhalten, hierzu Stellung zu nehmen.
Von all unseren Vorschlägen ist uns der unter Punkt 2 begründete Verzicht auf eine Erweiterung des Denkmals „Wenn der Zöllner mit dem Schmuggler …“ um ein Wasserspiel als Spielmöglichkeit besonders wichtig. Alle anderen Vorschläge sehen wir als Optimierung der vorhandenen Planungen an. Hier unsere Stellungnahme:
1) Die Unterordnung der unmittelbar an den Dorfplatz angrenzenden Abschnitte der „Sporker Straße“ und „Wiggerstraße“ wird sehr begrüßt. Die künftigen Straßenoberflächen sollten wie im Zentrum von Dinxperlo gestaltet werden.
Das erarbeitete Gestaltungskonzept ist derzeit in die vier öffentlichen Bausteine Dorfplatz, Sporker Straße West, Sporker Straße Ost und Wiggerstraße gegliedert. Uns ist jedoch nicht eindeutig klar, zu welchem Baustein der unmittelbar an den Dorfplatz und das Kirchengrundstück angrenzende Straßenabschnitt der Sporker Straße gehört. Vielleicht könnte man ihn Sporker Straße Mitte nennen. In der Gestaltung sollte er sich jedenfalls deutlich von der Sporker Straße Ost und der Sporker Straße West unterscheiden. Im Lageplan ist ein Teil der Wiggerstraße dem Dorfplatz zugeordnet. Eventuell könnte man das vorgenannte Stück der Sporker Straße ebenfalls dem Dorfplatz zuordnen.
Wie auch immer. Uns ist die im Fazit des Konzepts formulierte Zielsetzung, die Sporker Straße im Bereich des Dorfplatzes „eher untergeordnet wirken zu lassen“ sehr wichtig. Wir würden sie sogar noch stärker betonen. Die neue Gestaltung sollte so wirken, als ob dieser Straßenabschnitte zum Platz gehört. Auch die genannte Verbindung zur evangelischen Kirche wird sehr begrüßt.
Es bietet sich an, auf den Abschnitten der Sporker Straße und der Wiggerstraße, die unmittelbar an den Dorfplatz angrenzen, einen Wiedererkennungseffekt mit Dinxperlo zu schaffen. Dazu könnten die Straßenoberflächen so gestaltet werden, wie beispielsweise entlang der Kerkstraat in Dinxperlo rund um die Dorpskerk und an anderen markanten Stellen. Vielleicht ist diese Gestaltung im Rahmen der Centrumsvisie Dinxperlo auch schon für den Hotspot an der katholischen Michaelskirche am Heelweg in Suderwick geplant.
2) Eine Erweiterung des Denkmals „Wenn der Zöllner mit dem Schmuggler …“ um ein Wasserspiel als Spielmöglichkeit verträgt sich nicht mit dem Kunstwerk und macht den Platz zu unruhig. Wir bitten, hierauf zu verzichten.
Grundsätzlich ist es eine gute Idee, den Dorfplatz durch ein Wasserspiel für Kinder attraktiver zu machen. Auch die Idee, den Wasserlauf auf beiden Seiten mit kleinen Wassersprudlern zu ergänzen, um die beiden Ortskerne zu symbolisieren, zeigt, dass die Planer nach Elementen gesucht haben, die eine Verbindung zu Dinxperlo herstellen. Allerdings sind wir der Meinung, dass das vorhandene Wasserspiel dennoch nicht um eine Spielmöglichkeit erweitert werden sollte.
Schon jetzt spielen Kinder gerne mit dem aus der „Zollschranke“ tröpfelnden und ablaufenden Wasser. Das Spiel mit dem Wasser ist somit auf dem Dorfplatz bereits auf einzigartige Weise möglich. Die geplante unmittelbare Nähe oder sogar eine Verbindung zur Wasserrinne des Kunstwerks „Wenn der Zöllner mit dem Schmuggler …“ – sie stellt einen Grenzbach dar – ist mit dem Kunstwerk nicht verträglich und würde dessen jetzigen guten Gesamteindruck mindern. Es steht derzeit frei sichtbar als prägendes Element auf dem Dorfplatz und erinnert mit dem Büdeken an der Stelle, an der 1949 nach der Abtrennung von Suderwick-West eine Zollsperrbude stand, an die den Ort prägende Zollgeschichte und spannende Schmugglererzählungen. Den freien Blick auf das Werk von Jürgen Ebert sollte man so belassen.
Des Weiteren würde ein zusätzliches Wasserspiel den Platz unruhiger machen und die Nutzung bei Veranstaltungen einschränken. Die Fläche bei Veranstaltungen mit Eisenplatten abzudecken, erscheint uns wegen deren Lagerung und des Auf- und Abbaus problematisch. Auch eine Versetzung der Zollschranke oder des Schmugglers, um vor dem Geschäftslokal einen Baum zu pflanzen, wird nicht befürwortet. Zur Straße hin steht bereits ein großkroniger Solitärbaum. Er bildet eine harmonische Achse mit den benachbarten Bäumen und wird mit der Zeit eine noch umfangreichere Krone ausbilden. Ein weiterer Baum würde im Laufe der Jahre zu einem Konkurrenzverhalten unter den Bäumen führen. Gegen eine Versetzung spricht auch der von uns begrüßte Schriftzug „Suderwick“, den wir uns als drittes prägendes und identitätsstiftendes Element wünschen (siehe unter 5). Die Elemente „Büdeken“, „Schriftzug“ und „Figurengruppe“ wären dann zu eng zueinander gereiht.
Der Heimatverein ist der Meinung, dass ihm hier ein besonderes Mitspracherecht zusteht. Er hatte die Idee für die Skulpturengruppe und das „Büdeken“ und hat beide Projekte mit Hilfe von Sponsoren im Einvernehmen mit der Stadt umgesetzt. Falls an der Idee einer Ergänzung um ein Wasserspiel festgehalten wird, sollte auf jeden Fall die Meinung der städtischen Kulturverwaltung und des Bildhauers Jürgen Ebert hierzu eingeholt werden und bitten wir um ein Gespräch hierüber.
3) Die Skulpturengruppe „Wenn der Zöllner mit dem Schmuggler …“ sollte erklärt werden
Der Bocholter Bildhauer Jürgen Ebert hat in seinem auf beiden Seiten der Grenze verteilten Kunstwerk „Wenn der Zöllner mit dem Schmuggler …“ spannend und humorvoll in Szene gesetzt, wie mit List und Mut versucht wurde zu schmuggeln. Es besteht aus vier Bronzefiguren. Dass sich ein Kunstwerk auf drei Standorte – einer davon in den Niederlanden – verteilt, die etwa 350 Meter voneinander entfernt sind, ist wohl einzigartig. Leider findet man bei den Figuren nirgendwo einen Hinweis auf diese Besonderheit oder eine Erläuterung der Gestaltungsabsichten des Künstlers.
Man könnte dort sowie an den anderen beiden Standorten jeweils eine Informationstafel auf dem Boden platzieren oder wenigstens über einen QR-Code weiterführende Inhalte digital zugänglich machen. Auf diese Weise könnte die besondere grenzüberschreitende Konzeption des Kunstwerks besser vermittelt und zugleich die Wahrnehmung des Dorfplatzes als identitätsstiftender Ort gestärkt werden. Die historischen und kulturellen Bezüge würden auch für Besucher besser erlebbar.
4) An der Straßenseite gegenüber dem Schmuggler und der Zollschranke sollten zwei halbrunde Bänke aufgestellt werden wie beim Schmuggler am Heelweg
Wir schlagen vor, an der Sporker Straße vor der Bronzefigur „Schmuggler“ zwei halbrunde Bänke aufzustellen, wie sie auch beim „Schmuggler mit Hahn“ desselben Künstlers in Dinxperlo am Heelweg, unmittelbar am Grenzübergang, zu finden sind. Dies hätte einen enormen Wiedererkennungseffekt und würde betonen, dass die beiden Figuren Teil des grenzüberschreitenden Kunstwerks „Wenn der Zöllner mit dem Schmuggler“ sind. Zudem würde ein rundes Element auf dem ansonsten eckig gestalteten Dorfplatz gut wirken. Vor allem sind wir der Meinung, dass Rundbänke kommunikativer sind als andere.
Schmuggler mit Hahn mit halbrunden Bänken am Heelweg
Eine so gestaltete Sitzgelegenheit bietet sich auch am Standort des Zöllners an der Sporker Straße vor den Geldinstituten an.
5) Ein aufrechtstehender Schriftzug in 3D-Buchstaben „S u d e r w i c k“ wird begrüßt
Beim Diskussionsabend mit den Vereinen, zu dem der CDU-Ortsverband Nord eingeladen hatte, wurde über den Schriftzug „Suderwick” diskutiert. Im Protokoll wurde als Ergebnis festgehalten, dass er zu statisch und unflexibel sei. Der Heimatverein schließt sich dieser Meinung jedoch nicht an. Viele Vereinsvertreter haben sich hierzu auch nicht geäußert. Wir sehen dieses Element als Stärkung der Identifikation mit Suderwick an, die auch laut OKEK trotz der guten Verbindungen mit Dinxperlo ja bewahrt bleiben soll. Ein solcher Schriftzug wäre in der Region etwas Einmaliges. Die Buchstaben sollten allerdings nicht liegen, sondern senkrecht stehen, damit sie von der Straße aus gut lesbar sind. Ein derartiger wäre ein schöner Fotopoint. Kinder könnten sie als Klettermöglichkeiten nutzen und würden so schon in jungen Jahren einen besonderen Bezug zu ihrem Heimatdorf finden.
Die großen 3D-Buchstaben könnten farbenfroh gestaltet (siehe Foto Beispiel Meppen) oder in unterschiedlichen Höhen angeordnet werden, wie bei den 3,40 Meter langen Bänken, die als Markenzeichen für das Münsterland an der Bocholter Aa in Höhe des Restaurants Brüggenhütte stehen. Das wäre auch ein Bekenntnis zum Münsterland, so wie sich Dinxperlo am Ortseingang West durch ein großes Schild zum Achterhoek bekennt. Die Frage ist, ob im Sinne der Bewahrung der eigenen Identität der beiden Dörfer ein solcher Schriftzug auch für Dinxperlo an irgendeiner Stelle möglich wäre und somit ein weiterer Wiedererkennungseffekt erzielt werden könnte.
So oder ähnlich könnte auch „S U D E R W I C K“ sich zeigen. Die Farbkombination Blau und Orange ist ein klassischer Komplementärkontrast, der Spannung, Energie und moderne Frische erzeugt. Orange würde auch die Nähe zu den Niederlanden betonen. Dieses Foto wurde von einer KI generiert.
Der Heimatverein könnte sich vorstellen, diese Idee mithilfe eines Förderprogramms, wie beispielsweise dem Kleinprojekt der LEADER-Region Bocholter Aa, umzusetzen.
6) Die geplante „Lange Bank“ sollte nicht zu lang werden
Laut Plan könnte eine „Lange Bank” die vorgesehene Grünfläche am Dorfplatz Suderwick zur Wiggerstraße hin „einfassen“ und zum Verweilen einladen, ähnlich wie die Bank, die nun um die Kirche in Dinxperlo entstanden ist. Unklar ist uns, ob sie dreigegliedert werden soll oder nur der mittlere Streifen vorgesehen ist, auf dem das Wort „lange Bank“ steht. Wir gehen davon aus, dass sie nur einseitig zum Dorfplatz hin die Grünfläche einfassen soll und nicht rundherum.
In jedem Fall sollte sie nicht zwischen dem Informationsbüdeken und der Skulpturengruppe stehen, damit die räumliche Verbindung dieser prägenden Elemente zueinander erhalten und erlebbar bleibt. Die „Lange Bank“ sollte auch nicht den Zugang zum Platz von der Wiggerstraße aus einengen. Dieser sollte breit genug sein, damit Feuerwehrfahrzeuge oder Fahrzeuge im Rahmen von Veranstaltungen, wie etwa Karnevalswagen, problemlos hindurchfahren können. Der Zugang sollte auch für Fußgänger und Radfahrer von der Wiggerstraße aus einladend sein. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, könnte statt der im Lageplan dargestellten zwei Zugänge ein klar gefasster, breiter Zugang vorgesehen werden. Aus unserer Sicht stellt sich zudem die Frage, ob es nicht harmonischer wirkt und die Fläche für Veranstaltungen besser genutzt werden kann, wenn der Verlauf des derzeitigen Mäuerchens parallel zur Straße Wiggerstraße beibehalten wird und nicht schräg verläuft.
7) Die Werbung an der Außenwand des Getränkemarktes sollte reduziert und durch historische Fotos vom Umfeld des Dorfplatzes ersetzt werden
Im Sinne der Gestaltungssatzung der Stadt Bocholt für den Ortskern bemüht sich die Stadt darum, die Werbung an der Außenwand des Getränkemarkts besser in das Bild des Dorfplatzes zu integrieren. Eine Möglichkeit wäre, die Werbung um die Hälfte zu reduzieren, sodass der Betreiber weiterhin die Möglichkeit hat, für sein Geschäft zu werben. Ein Dorfplatz lebt schließlich auch vom Geschäftsleben im Ort. Für frei gewordene Fenster könnte der Heimatverein historische Fotos aus der Umgebung des Dorfplatzes zur Verfügung stellen, beispielsweise von der früheren Schule, dem ehemaligen Zollamt mit Grenzübergang oder der evangelischen Kirche mit Pastorat. Eventuell könnte der Heimatverein auch hier mit Fördermitteln (Kleinprojekt der LEADER-Region Bocholter Aa oder Heimatscheck NRW) in Einvernehmen mit dem Eigentümer großformatige Fotos herstellen und anbringen lassen.
8) Der Heimatverein möchte auf dem Dorplatz eine Informationstafel über die Geschichte der evangelischen Schule
Auf dem heutigen Dorfplatz und dort, wo sich heute die Wohn- und Geschäftshäuser befinden, standen früher die evangelische Volksschule mit Pausenhof und die Ausweichschule, die die damalige Gemeinde Suderwick Anfang der 1950er Jahre baute, weil die katholische Volksschule 1949 im Zuge der Abtrennung von Suderwick-West unter niederländische Auftragsverwaltung gestellt wurde (heute Nebengebäude Wiggerstraße 4). In die zur Sporker Straße gelegene Außenwand des Wohn- und Geschäftshauses hat der Heimatverein bereits vor Jahren den Grundstein der evangelischen Volksschule aus dem Jahr 1859 mit einer kurzen Erklärung eingelassen. Der Heimatverein würde gerne zusätzlich eine Informationstafel mit ausführlicheren Erklärungen und zwei historischen Fotos (siehe unten) zur Sporker Straße hin aufstellen, wie sie bereits schräg gegenüber an der evangelischen Kirche auf dem Gelände der ehemaligen katholischen Volksschule und auch an anderen Stellen im Dorf stehen. Denkbar wäre die Stelle, an der aktuell noch eine Kristina-Leko-Tafel steht. Diese soll ja entfernt werden.
Pausenhof der ehemaligen ev. Volksschule mit katholischer Ausweichschule aus 1952 auf dem heutigen Dorfplatz
Ev. Volksschule 1949 mit Zollsperrbude auf dem heutigen Dorfplatz
1949: Die Grenze wird zum heutigen Dorfplatz verlegt
9) Markierung des Grenzverlaufs in der Zeit von 1949 (Annexion von Suderwick-West) bis 1963 (Wiedervereiniung) auf der „Sporker Straße“ mit kleinen gelben Sternchen
Als Entschädigung für erlittene Kriegsschäden wurden 1949 einige deutsche Grenzgebiete unter niederländische Auftragsverwaltung gestellt. Auch Suderwick war betroffen. Anders als in anderen Orten wurde hier jedoch nicht das gesamte Dorf, sondern nur der westliche Teil abgetrennt. Die Grenze wurde vom Heelweg um ca. 200 Meter nach Osten zur evangelischen Kirche von Suderwick verlegt. Am 1. August 1963 wurde Suderwick wieder vereint.
Die Teilung und spätere Wiedervereinigung waren besondere historische Ereignisse in der Geschichte Suderwicks, die damals am heutigen Dorfplatz durch Schlagbäume und Zollstellen sichtbar wurden (siehe Foto). Man könnte den damaligen Grenzverlauf durch kleine gelbe Kreuzchen – ähnlich wie am Heelweg, nur kleiner – auf der Straße markieren. Die Grenze verlief auf der Sporker Straße in etwa vom heutigen Straßenschild „Grenzweg” bis zur Grundstücksgrenze der evangelischen Kirche. Auf einer Legende unter dem Schild wird der Grund für die Namensgebung bereits erläutert. Eventuell müsste das Schild nur wenig versetzt werden, damit es genau auf dem damaligen Grenzverlauf steht und Ausgangspunkt für die Markierung wird. Die Zeit der Abtrennung ist bis heute ein zentrales Thema bei Führungen entlang der Grenze sowie in Projektarbeiten von Schülern über Suderwick und seine Grenze oder Diskussionen über die Aneignung fremder Gebiete weltweit.
10) Wiederaufstellen eines Fahnenmastes Ecke „Sporker Straße“ / „Grenzweg“
Im Zuge des Baus des jetzigen Dorfplatzes hat die Stadt das Unterteil eines ehemaligen Fahnenmastes renoviert und wieder aufgestellt. Es stammt aus der Zeit zwischen 1949 und 1963, als das Zollamt nach der Abtrennung von Suderwick-West an die evangelische Kirche verlegt wurde. Vor einiger Zeit wurde der vom Heimatverein mit Berufsschülern vor Jahren aufgestellte Mast von der Stadt entfernt, da von ihm aufgrund seines Zustandes Gefahren befürchtet wurden. Ein Fahnenmast sollte dort wieder aufgestellt werden. Er verleiht dem Dorfplatz ein europäisches Flair und bildet ein schönes Entree zur Grenze.
11) Aufhebung, Entsiegelung und Umwandlung des westlichen Gehwegs der „Sporker Straße“ von „Wehrstraße“ bis zur „Mersmannstraße“ in einen Grünstreifen
Besonders auf dem Abschnitt zwischen der Wehrstraße und der Mersmannstraße ist der Gehweg auf der westlichen Seite der Sporker Straße sehr schmal. Die weitreichenden Seitenwurzeln der Amberbäume haben Pflastersteine, Gehwegplatten oder Asphaltdecken angehoben, wodurch Stolperfallen entstanden sind, die immer größer werden. Auch die auf den Boden fallenden Früchte der Amberbäume bergen Gefahren. Außerdem stehen Verkehrsschilder und Lampen im Weg. Der Gehweg ist besonders für Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator nur schwer passierbar.
Eine Verbesserung könnte ein breiterer Gehweg bringen. Dies würde allerdings eine Verengung der Fahrbahn der Straße erforderlich machen. Ist das eine unsinnige Idee? Betrachtet man sich beispielsweise die Kwikkelstraat und den laut Plänen der Gemeinde Aalten künftig enger werdenden Heelweg, erscheint das nicht abwegig.
Da der Gehweg relativ wenig genutzt wird, wäre eine Lösung der Probleme, den westlichen Gehweg von der Kurve an der Wehrstraße bis zur Mersmannstraße aufzuheben, die Fläche zu entsiegeln und dort einen Grünstreifen anzulegen. So könnten die bestehenden Bäume sogar erhalten bleiben. Das mag auf den ersten Blick nicht akzeptabel erscheinen, jedoch hilft auch hier ein Blick nach Dinxperlo weiter. Dort wurde der Gehweg auf der östlichen Seite der „Allee“ aufgehoben und das erste Stück der „Hogestraat“, die ins Zentrum von Dinxperlo führt, in einen Grünstreifen umgewandelt. Dem Vernehmen nach plant die Gemeinde Aalten auch, den Gehweg auf der niederländischen Seite am Heelweg aufzuheben und in einen Grünstreifen umzuwandeln. Diese Gestaltungselemente aus der Centrumsvisie könnten auch für Suderwick ab der Kreuzung mit der Dinxperloer Straße übernommen werden und einen weiteren Wiedererkennungseffekt erzeugen.
Sollte am Gehweg festgehalten werden, sollten die Amberbäume durch neue, geeignetere Bäume ersetzt werden. Aufgrund des geringen Abstands zur Straße besteht bei ihnen die Gefahr, dass sie ihre Vitalität verlieren und absterben, wenn ihre Wurzeln gekappt werden. Zwar würde dies für Aufruhr sorgen, doch die Beispiele auf dem Prins-Clausplein, der Kwikkelstraat und der Allee in Dinxperlo zeigen, dass bereits nachgepflanzte größere Bäume die richtige Lösung sind und auch in großen Teilen der Bevölkerung akzeptiert werden. Der Heimatverein, der sich seit mehr als 40 Jahren erfolgreich für Anpflanzungen in Suderwick einsetzt, würde diese Idee ausdrücklich unterstützen.
12) Tempo 30 ab Kreuzung „Dinxperloer Straße“ / „Sporker Straße“
Es wird angeregt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Sporker Straße bereits ab der Einmündung in die Dinxperloer Straße auf ihrer gesamten Länge auf 30 km/h zu begrenzen. In Höhe des Dorfplatzes sollte sie, wie geplant, auf 20 km/h begrenzt werden. Dadurch würden die Querungen für Fußgänger sowie für den aus der Mersmannstraße kommenden Verkehr sicherer werden (s. Ausführungen unter nachfolgendem Punkt).
13) Querungshilfe für Radfahrer zwischen Kreuzung „Dinxperloer Straße“ und „Mersmannstraße“
Bei der letzten Umgestaltung der Kreuzung Dinxperloer Straße/Sporker Straße/Zur Demmingbrücke wurde keine zufriedenstellende Lösung für Radfahrer gefunden, die aus Richtung Herzebocholt kommen und die Sporker Straße Richtung Dinxperlo weiterfahren möchten. Sie werden ohne ein blaues, rundes Verkehrsschild mit dem Symbol für Radfahrer und Fußgänger auf der linken Seite über die Kreuzung geleitet – eigentlich ist dort ein solches Verkehrsschild vorgeschrieben – und müssen anschließend vor der Mersmannstraße, wo der Radweg endet, die Straßenseite wechseln. Das ist äußerst gefährlich. In den Niederlanden zeigt man, wie Querungen von Radwegen auffällig markiert werden, oft mit weißen Linien oder rotem Asphalt und Vorsichtsschildern für den Autoverkehr. Dann wären Radfahrer an der Kreuzung nicht mehr verunsichert oder müssten rätseln, welchen Weg sie nehmen sollen. So würden sowohl Radfahrer als auch Autofahrer auf die Gefahrensituation aufmerksam gemacht.
Die Radfahrer könnten allerdings auch bereits vor der Kreuzung Zur Demmingbrücke/Pletterstraße auf die rechte Straßenseite geführt werden, um anschließend auf der rechten Straßenseite über die Kreuzung in die Sporker Straße zu fahren. Es ist sinnvoll, diese Frage mit Straßen NRW und dem Kreis Borken als Träger der Straßen abzuklären, bevor die Sporker Straße und später auch die Landstraße Dinxperloer Straße umgestaltet wird. Die ist ja auch schon in Planung.
14) Touchscreen-Info-Stele an Einmündung „Heelweg“ in „Sporker Straße“
In den letzten zwei Jahren hat der Heimatverein bei der Stadt Bocholt und der Gemeinde Alten den Wunsch nach einer Touchscreen-Info-Stele an der Grenze ins Spiel gebracht. Diese wird auch vom Stadtmarketing Bocholt begrüßt. Am besten geeignet hierfür halten wir den Grenzübergang Heelweg/Sporker Straße zwischen dem „Büdeken” und dem Schlagbaum.
Material für eine Info-Stele am Grenzübergang Sporker Straße dürfte genügend vorhanden sein. So könnte unter anderem die virtuelle 360-Grad-Tour durch Suderwick und Dinxperlo des Heimatvereins präsentiert werden (siehe hierzu das Eingangsbild auf unserer Webseite https://www.heimatvereinsuderwick.de/). Würde man zusätzlich die an den Stelen in Bocholts Innenstadt und die an der Stele in Dinxperlo am TOP Aaltenseweg abrufbaren Informationen verwenden, stünden Touristen interessante Informationen über Bocholt und Aalten bereitstellen und wäre das eine gute Werbung für die beiden Gemeinden.
Da für die angesprochene Fläche im Zuge der Veränderungen am Heelweg bereits Pläne der Gemeinde Aalten vorliegen, halten wir es für sinnvoll, diese Idee dort noch einzubringen und möglichst bald eine Entscheidung zu treffen.
15) Begrüßungsschilder Land NRW, Stadt Bocholt, Kreis Borken.
Am Grenzübergang Sporker Straße befindet sich ein Begrüßungsschild des Kreises Borken. Man könnte darunter noch ein Begrüßungsschild der Stadt Bocholt und des Landes Nordrhein-Westfalen anbringen. Eventuell wäre auch ein gemeinsames Schild mit dem Hinweis, dass Bocholt Europastadt ist, sinnvoll.
16) Vorschläge für Bäume in unmittelbarer Nähe zum Planungsgebiet
Da die Stadt sehr daran interessiert ist, dass weitere Bäume in der Stadt bzw. in den Dörfern gepflanzt werden, schlagen wir vor, schon bald Bäume in der unmittelbaren Nachbarschaft des Plangebiets zu pflanzen. In Frage kämen:
- Bäume an „Sporker Straße“ von „Wehrstraße“ bis zum Wendehammer
Im Rahmen der Abwägung der Bürgerwünsche wurde eine Einbeziehung in das vorliegende OKEK vorerst nicht vorgesehen, um die Planung auf die Dorfmitte zu konzentrieren und die Maßnahmen im Zusammenhang mit den anstehenden Tiefbauarbeiten zügig voranzutreiben. Eine Vergrößerung des Plangebietes hätte eine erneute Abstimmung erfordert. Die Anregungen wurden jedoch zur Kenntnis genommen und sollen von der Stadt Bocholt im Weiteren geprüft werden. Wir hoffen, dass im Zuge der laufenden Maßnahmen der Stadt dort schon möglichst bald wenigstens schon Bäume angepflanzt werden, um das unansehnliche Straßenbild zu verschönern und weiteres Grün ins Dorf zu bringen. - Bäume entlang der südlichen Seite der „Wiggerstraße“ bis „Brunsmannstraße“
An der Wiggerstraße stehen auf der Südseite zwischen Die Liene und der Brunsmannstraße bis auf eine Ausnahme keine Straßenbäume. Zwischen Vehnsweg und Brunsmannstraße befindet sich angeblich ein Grünstreifen der Stadt, den die Anlieger in ihre Vorgärten einbezogen haben. Das kann gerne so bleiben. Die Stadt sollte allerdings darauf hinwirken, dass sie dort mittelgroße Bäume pflanzen kann. In die Planung könnte auch der Abschnitt zwischen „Die Liene” und „Vehnsweg” einbezogen werden. Da es sich hier um Privatflächen handelt, könnte man den Anliegern anbieten, dass die Stadt die Bäume pflanzt und auch die Pflege übernimmt. Besonders schön wären hier japanische Zierkirschen, die in der Bevölkerung sehr beliebt sind und ein einheitliches Bild erzeugen würden. An der Einmündung der Straße Eltings Poll ist außerdem noch ein Pflanzbeet ohne Baum bepflanzt. Wie auf der gegenüberliegenden Straßenseite könnte auch hier ein Amberbaum gepflanzt werden.
Wir bleiben gerne im Gespräch
Für Fragen oder Diskussionen zu unserer Stellungnahme stehen wir gerne zur Verfügung. Wir werden sie auf unserer Website https://www.heimatvereinsuderwick.de/ veröffentlichen und sind damit einverstanden, dass sie auch für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bocholt verwendet wird. Über weitere Informationen zum Fortgang der Pläne für das Ortskernentwicklungskonzept würden wir uns freuen. Auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit!
Mit freundlichen Grüßen
gez. Johannes Hoven
Vorsitzender Heimatverein Suderwick
Bildquellen:
– Schmuggler mit Hahn: René & Peter van der Krogt, https://standbeelden.vanderkrogt.net
– Schriftzug Meppen in 3D-Buchstaben: Mit freundlicher Genehmigung von https://3d-stadtmarketing.de
– Münsterlandbank: Das Bild ist über das offizielle Presseportal des Münsterland e.V. für die redaktionelle Berichterstattung freigegeben
– Alle anderen Fotos stammen aus dem Archiv des Heimatvereins Suderwick









